Oberhaching im Hachinger Tal
Kreuzpullach Hl. Kreuz

Kreuzpullach Hl. Kreuz

Wallfahrtskirche Hl. Kreuz und ehemaliges Benefiziatenhaus

Ein erster Kirchenbau ist in Kreuzpullach schon für das frühe Mittelalter nachgewiesen. Es dürfte sich hierbei um einen Holzbau gehandelt haben, der 778 geweiht worden war. Dieser wurde später durch einen Steinbau ersetzt, der dem barocken Neubau weichen musste.
Die Filial- und Wallfahrtskirche Hl. Kreuz ist 1709/10 entstanden. Auftraggeber des Bauprojektes war Petrus von Lehner, Hofkammerrat und Rentmeister des bayerischen Herzogs Maximilian Philipp und seit 1700 Hofmarksherr in Kreuzpullach. Dieser finanzierte sowohl den Bau selbst als auch seine Ausstattung.
Eine eindeutige Zuschreibung konnte nicht vorgenommen werden. In Frage kommen die Baumeister Philipp Köglsperger und Giovanni Antonio Viscandi.
Bei der Kirche Hl. Kreuz handelt es sich um einen Saalbau mit nischenartig abgerundeten Ecken und eingezogenem Chor. Aus der im Osten an den Altarraum anschließenden Sakristei entspringt der unten quadratische, im oberen Bereich oktogonale Kirchturm mit seiner geschwungenen, spitz zulaufenden Haube.
Das durch große vierpaßförmige Fenster beleuchtete Langhaus wird von einer gedrückten Tonne mit Stichkappen überwölbt. Eine im Westen eingezogene Empore wird im nach vorne schwingenden Mittelbereich von zwei Säulen getragen. Die Langhauswände werden durch kannelierte Pilaster unterteilt, die verbleibenden Wandzonen durch Figurennischen aufgelockert. Die Gliederung wird im Chorraum, der u. a. durch seine abgerundeten Ecken eine zentralisierende Wirkung erhält, fortgesetzt.
Die Ausstattung der Kirche stammt aus der Erbauungszeit. Einen wesentlichen Anteil am Gesamteindruck haben die ebenfalls 1710 ausgeführten Stukkaturen. In diese stark plastische Dekoration sind die vergleichsweise kleinen Bildfelder eingebunden. Die Fresken sind ein Frühwerk von Johann Georg Bergmüller, dem späteren Direktor der Stadt-Akademie in Augsburg. Sie weisen z. T. noch deutliche stilistische Einflüsse seines Lehrers Andreas Wolff auf. Beachtenswert sind auch die Reste eines spätgotischen Flügelaltares, die unterhalb der Empore zu sehen sind.

Die Kirche Hl. Kreuz bildet mit dem unmittelbar südöstlich der Kirche gelegenen Haus Nr. 5 ein ausgewogenes Ensemble. Das ehemalige Benefiziatenhaus mit barockem Satteldach ist unmittelbar nach dem Kirchenbau im Jahr 1711 wohl vom selben Baumeister errichtet worden, zunächst als Schlößchen für den Münchener Kaufmann Johann Martin Cler. Ab 1730 diente das Gebäude als Wohnung des jeweiligen Benefiziaten. 1862 wurde es teilweise abgebrochen, 1916 erfolgte ein Umbau.

Bild: Hans P. Kreitmeyer
Text: Informationstafel an Hl. Kreuz